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Definition nonverbale Kommunikation

Um den Begriff nonverbale Kommunikation definieren zu können, muß man sich zunächst mit der Kommunikation im allgemeinen und der verbalen Kommunikation befassen.

Kommunikation wird im folgenden als „alle Prozesse der Übertragung von Nachrichten oder Informationen durch Zeichen aller Art unter Lebewesen“ verstanden.

Die verbale Kommunikation bezieht sich ausschließlich auf die sprachliche, d.h. auf die gesprochene Informationsübertragung. Demnach ist klar, dass sich „die nonverbale Kommunikation (lat.: "Non/verbal": "Nicht mit Hilfe der Lautsprache") auf die zwischenmenschliche Verständigung durch Gestik, Mimik oder andere optische Zeichen“ bezieht.

Was ist nonverbale Kommunikation

Nonverbale Kommunikation erleben wir jeden Tag, jede Stunde, jede Minute. Sie ist die älteste Form zwischenmenschlicher Verständigung und ist der Teil menschlicher Kommunikation der sich durch Gestik, Mimik und andere optische Zeichen ausdrückt.
Im Kontakt mit anderen kommunizieren wir auf zwei Ebenen: verbal und nonverbal, direkt und indirekt. Gesichtsausdruck und Körpersprache passen zum Inhalt der Aussage oder verraten etwas ganz anderes.

Abbildung: Inhalts- und Beziehungsebene

So nehmen wir eine Fülle von kommunikativen Signalen wahr, die sich zu einem Gesamteindruck formen.

Die direkte Kommunikation ist zielgerichtet. Der Sprecher redet nicht um den „heißen Brei“ herum, sondern er sagt klar was er meint und was er will. Die indirekte Kommunikation dagegen ist unoffen. Sie versucht Konflikte zu vermeiden und schafft dadurch neue Konflikte. „Man“ redet um den eigentlichen Sachverhalt herum und keiner weiß genau worum es geht. Neugeborene, die noch nicht verbal kommunizieren, beherrschen schon die Regeln der nonverbalen Kommunikation. Sie kann uns dabei helfen unsere Gegenüber besser einzuschätzen und zu erkennen, was in einer Person wirklich vorgeht. Dabei geht es darum das, was man in seiner Umgebung hört und sieht zu kombinieren und daraus entsprechende Schlussfolgerungen zu ziehen. Es ist jedoch so, dass die meisten Menschen das sehen, was sie glauben zu sehen.

So ist die Körpersprache einiger Menschen sehr faszinierend. Es gibt Personen, die vorgeben an etwas zu glauben, obwohl Sie das gar nicht tun, oder Sie geben vor jemand zu sein, der sie gar nicht sind. Instinktiv wissen wir, dass Sie sich irgendwann verraten werden, denn die Signale ihrer Körpersprache widersprechen sich mit dem was Sie sagen oder vorgeben zu sein. Hierbei spricht man auch von Double- Bind- Kommunikation. Ein gutes Beispiel dafür sind Politiker.

Paul Watzlawick sagt: „Wir können nicht nicht kommunizieren. Kommunikation findet immer statt, wo Menschen als soziale Wesen zusammen sind. Unser Körper verrät uns.“ (Watzlawick (1974), S. 53)

Körpersprache ist schwerer bewusst zu beherrschen als verbale Sprache, daher sind die Signale der Körpersprache oft „wahrer“ bzw. „echter“. Das Aussenden und der Empfang der Signale geschehen gleichermaßen unbewusst und entziehen sich unserem Willen. Daher ist es für uns selbstverständlicher, irrationaler und wird bewusst weniger bemerkt, als die Sprache der Wörter.

Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass nur ca. 3% der zwischenmenschlichen Kommunikation auf der rein sprachlichen Ebene abläuft. Wobei bei einer spontanen Umfrage herauskam, dass zu 70% auf der sprachlichen und zu 30% auf der nichtsprachlichen Ebene kommuniziert werde. (Argyle (1979); Mehrabian (1972); zietiert nach Rebel (1999), S.9-10)

Die meisten Forscher sind übereinstimmend der Meinung, dass der verbale Kanal vor allem für den Austausch von Informationen benutzt wird, während der nonverbale Kanal die zwischenmenschlichen Beziehungen regelt und gelegentlich auch als Ersatz für mündliche Mitteilungen dient.

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