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Interkulturelle Unterschiede

Zwischen den unterschiedlichen Kulturen gibt es verschiedene „Regeln“ der nonverbalen Kommunikation.

Michael Argyle nennt folgende Beispiele für Schwierigkeiten bei interkultureller nonverbaler Kommunikation:

  • Gesichtsausdruck: Vielen Europäern fällt es schwer Japanern und anderen Südost- und Ostasiaten „hinter die Fassade zu schauen“, wegen deren beherrschtem Gesichtsausdruck und dem Lächeln. In völlig unerwarteten Situationen fangen viele dieser Menschen an zu lachen, obwohl dies für einen Europäer dagegen keine angemessene Geste darstellt. Hier ist als Beispiel die Mitteilung eines Trauerfalls zu nennen.
  • Körperlicher Abstand: Unangenehme Situationen können entstehen, wenn Araber oder Lateinamerikaner auf Europäer oder Nordamerikaner treffen. Letztgenannte weichen vor den Erstgenannten eher zurück, da Ihnen die „aufdringliche“ Art oft zu nahe geht. Die Araber und Lateinamerikaner reagieren darauf, indem Sie nachrücken.
  • Körperkontakt: Würden zwei Männer in Europa Händchen haltend durch die Straßen laufen, wäre klar „die sind homosexuell“. In anderen Ländern dagegen, zum Beispiel in Thailand, ist es was ganz „normales“, wenn Personen gleichen Geschlechts Hand- in – Hand sind. Wobei es in manchen dieser Länder tabu ist, wenn Personen unterschiedlichen Geschlechts in der Öffentlichkeit ihre Zuneigung zeigen.
  • Kleidung: In muslimischen Ländern gelten popobetonende Hosen oder kurze Röcke als Zeichen „leichter Mädchen“ und wird als Aufforderung gesehen handgreiflich und zudringlich zu werden. In Europa ist es was ganz normales, weswegen Europäerinnen oft überrascht sind über die Reaktionen der muslimischen Männer.
  • Tonfall: Der Tonfall, der in einigen Ländern (z.b. Ägypten) als ernst gilt, wird in anderen Ländern als aggressiv und unangenehm empfunden.
  • Blick: Mitteleuropäer fühlen sich in Südeuropa oft angestarrt, das Wegblicken mancher Asiaten interpretieren Europäer oft als Desinteresse und nicht richtigerweise als Zeichen des Respekts.

In diesem Zusammenhang oft verwendete Beispiele für interkulturelle Unterschiede in Bezug auf die Gestik ist zum einen das Fingerzählen bis Fünf (siehe Abbildungen I und II) zum anderen die sogenannte Ringgeste (siehe Abbildung III). Die Ringgeste steht in Europa für „OK“, in Frankreich und Italien dagegen für „null“ oder „schlecht“, in Japan wiederum für „Geld“ und in arabischen Ländern eher als Drohgebärde zu verstehen ist.



Abbildung I: Zählen bis Fünf in Europa
(Quelle: Birkenbihl, 1992)



Abbildung II: Zählen bis Fünf in den USA
(Quelle: Birkenbihl, 1992)



Abbildung III: Die Ringgeste
(Quelle: Birkenbihl, 1992)
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